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Wangen 1891
- Speude/Ermelo 1964
Von 1909 bis 1911 studiert der holländische Maler Hermanus Meurs, genannt Harmen, an der Staatlichen Kunstgewerbeschule und der Reichsakademie in Amsterdam. Vorwiegend Stillleben, Landschaften und Figuren aus dem Bauernleben entstehen in den kommenden Jahren. Meurs' Malstil ändert sich durch die mehrfachen Aufenthalte in Frankreich und läßt fortan den Einfluss des Expressionismus erkennen. Der Künstlervereinigung "De Onafhankelijen" (Die Unabhängigen), schließt sich Meurs 1918 an. Sie gelten als das holländische Pendent zu der "Societé des Artistees Indépendants" in Paris. Bis Mitte der dreißiger Jahre gehört Meurs zu den wichtigsten Mitgliedern dieser Gesellschaft, zeitweise ist er sogar ihr Vorsitzender. Dem von "De Onafhankelijken" veranstalteten DADA-Abend mit Kurt Schwitters und Theo van Doesburg, wird 1922 besondere Aufmerksamkeit zuteil. Meurs legt 1933 den Vorsitz für "De Onafhankelijken" nieder. Ebenfalls 1933 werden seine Werke für die "Berliner Kunstausstellung" nicht angenommen und auch in Amsterdam zieht man das Gemälde "Tijdebeeld 1933-34", das einen Juden darstellt, dem inmitten einer Gruppe von Anhängern Hitlers das Hakenkreuz in die Brust gerammt wird, bereits nach einem Tag aus politischen Gründen zurück. Auch "Die Unabhängigen" nehmen Meurs' Werke nicht mehr für ihre Ausstellungen an. Das hat 1934 die Kündigung von Meurs' Mitgliedschaft zur Folge hat. Ungeachtet dessen, gewinnt die soziale Thematik in seinem Werk an Bedeutung. In den Kriegsjahren verlässt Meurs Amsterdam und lässt sich in der Nähe der Stadt Putten ein Haus bauen. Meurs gerät durch seine Weigerung, Mitglied der Reichskulturkammer zu werden, in die Isolation. Während der Kriegsjahre beschäftigt sich Meurs mit Anti-Kriegs Themen, wie beispielsweise in der Serie "Auf der Flucht erschossen". Nach dem Krieg unternimmt Meurs ausgedehnte Reisen nach Frankreich und Spanien. In Rotterdam findet 1953 eine große Retrospektive seines künstlerischen Schaffens statt. Harmen Meurs verbringt die letzten Jahre seines Lebens in ländlicher Abgeschiedenheit. Sein künstlerisches Schaffen bleibt jedoch bis zu seinem Tod 1964 ungebrochen.